„Songbird“ von Anna-Rosina Fischer – Liebe, Essstörung und ganz viel Chaos

Schon oft habe ich das schöne rosa Cover bei Instagram gesehen, aber irgendwie hat es dann doch eine kleine Ewigkeit gedauert, bis „Songbird“ von Anna-Rosina Fischer bei mir eingezogen ist. Freundlicherweise durfte ich mir bei der Leipziger Buchmesse ein Buch aus dem Piper Verlag aussuchen, welches sie mir nach Hause geschickt haben. Leider hat sich das ein bisschen verzögert, da das Buch noch einige Ehrenrunden bei der Post drehen durfte. Nun war es aber endlich da…

Klappentext:

Obwohl sie es schon lange ahnte, tief im Innern spürte, traf es sie plötzlich und völlig unerwartet …

Ella und Sam kennen sich schon ewig, als sie sich endlich eingesteht, dass er ihr mehr bedeutet als alles andere. Zu dumm nur, dass Sam der beste Freund ihres großen Bruders ist. Und dass er ausgerechnet jetzt eine Stelle als Referendar fürs Lehramt antritt – an ihrer Schule. Und dann ist da noch diese Sache mit Milo … Völlig überfordert von ihren Gefühlen setzt Ella ihre eigene Gesundheit gefährlich aufs Spiel und verletzt damit nicht nur sich selbst.

Songbird ist so romantisch, chaotisch, witzig und tieftraurig wie die echte, ganz große Liebe.

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Was passiert in „Songbird“?

Ella hat eine perfekte Familie, die aus ihren verliebten Eltern, ihrem Bruder Kurt (nach Kurt Cobain benannt) und ihrem Quasi-Bruder Sam besteht. Doch irgendwie hat sie für Sam schon immer mehr übrig und schmachtet den besten Freund ihres Bruders jahrelang an. Das wird für die beiden aber noch zum Problem, da er nun eine Stelle als Referendar an ihrer Schule annimmt. Sie müssen sich siezen und er darf Ella keine Sonderbehandlung schenken, obwohl sie sich seit Kindesbeinen an kennen.

Neben ihrer Familie hat sie noch Emma und Milo. Das unschlagbare Trio. Doch die beiden besuchen nun nach den Sommerferien die 12. Klasse und Ella muss nach einem Auslandsjahr in England die 11. Klasse erneut machen, da sie sich die Leistungen aus dem Ausland nicht anrechnen lassen darf. Das ärgert sie, zumal sie niemanden aus ihrem neuen Jahrgang kennt und am liebsten in diesem Jahr mit ihren Freunden das Abi machen will. Allerdings ist ihr Verhältnis zu Milo seit dem Silvesterabend angespannt. Die beiden wollen aber unbedingt ihr kleines Geheimnis vor Emma wahren.

Und zu allem Übel kommt noch dazu, dass Sam ab sofort ihr Sportlehrer ist. Der ganze Kurs schmachtet ihn an, doch auch er hat nur Augen für Ella. Als die beiden bei der Biologie-Kursfahrt nach Thüringen nach einem Missgeschick in einer Höhle festsitzen, kommt es zu dem ersten Austausch von Körperlichkeiten. Doch damit setzt Sam seine Karriere aufs Spiel und könnte sich somit direkt am Anfang Steine in den Weg legen. Gefühle lassen sich somit aber nicht aufhalten…

Der erste Satz:

„Ich musste in der Hölle sein.“
Kapitel 1

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Wie hat mir „Songbird“ gefallen?

Eine Liebesgeschichte zwischen Schüler und Lehrer mit dem Hintergrund, dass sie sich bereits jahrelang kennen und schon jahrelang Gefühle füreinander pflegen. Dazu kommt, dass die Protagonistin Ella an einer Essstörung erkrankt ist. Aber dazu komme ich später noch einmal ausführlich.

Der Leser lernt Ella kennen, da das ganze Buch über aus ihrer Perspektive geschrieben worden ist. Ihre Gefühle, Gedanken, Handlungen… In diesem Fall fand ich das auch richtig gut, da mich ehrlichgesagt Sams Sichtweise nicht wirklich interessiert hat, da man auch so genug über ihn erfahren hat. Die beiden sind irgendwie süß zu- und miteinander. Liebe kann man anfangs noch nicht dazu sagen, aber die Entwicklung von Ellas Gefühlen ist für mich interessant zu beobachten gewesen.

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Doch kommen wir nun zu meinem größten Kritikpunkt. Die Essstörung. Ich weiß, dass nicht jede Essstörung und jede Geschichte gleich ist, aber ich bin der Meinung, dass ich mich in einer Position befinde, in der ich einen guten Blick darauf habe. Und meiner Ansicht nach ist der Umgang mit der Essstörung von Ella katastrophal. Eine lebensgefährliche Krankheit ist nichts alltägliches, was sich einfach so herunterspielen lässt. Doch das wurde hier gemacht. Scheinbar war es jedem Angehörigen egal, was und wie viel Ella isst und wie sie sich zu Tode hungert. Nur ab und zu wurden Bitten und Flehen deutlich, aber das kann es doch nicht gewesen sein. Das kann doch nicht alles sein, was eine Mutter fühlt, wenn das eigene Kind sich zu Grunde richtet. Und immer wieder wenn Sam versucht, Ella zum Essen zu bringen, flirtet sie mit ihm und berührt ihn und er hat seine Vorhaben vergessen. Also mein Freund hätte das mit Sicherheit nicht geduldet…  Das war der Punkt, der mich mit am meisten aufgeregt hat. Am Ende des Buches (SPOILER) sucht sie sich auch Hilfe bei einer Therapeutin und ihre Freunde sagen ihr, wie schlimm sie es finden, dass Ella immer weniger wird, aber das hätte schon viel früher geschehen müssen. (SPOILER ENDE)

Der Verlauf der Geschichte ist teilweise unvorhersehbar und teilweise absolut nicht überraschend gewesen. Einige Entwicklungen waren spannend zu beobachten, aber dennoch wusste ich wie das Buch ausgehen wird. Überraschung, so war es dann auch.

Sicherlich ist das Cover wunderschön gestaltet und auch haptisch eine Besonderheit, aber mir ist ehrlich gesagt noch nicht ganz klar geworden, was es mit der Geschichte zu tun hat. Vielleicht ist es absichtlich so, aber ich fände es schöner, wenn es einen Bezug hätte.

Schlussendlich sage ich, dass „Songbird“ für Romantiker und Suchende nach einer Liebesgeschichte geeignet ist. Aber meiner Meinung nach gehört auf dieses Buch ein Hinweis, dass es sich mit Essstörungen und teilweise auch der Verherrlichung dieser beschäftigt.

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Songbird

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Autorin: Anna-Rosina Fischer
Titel: Songbird
Verlag: ivi aus dem Piper Verlag
ISBN: 978-3-492-70508-0
Preis: 15,00€ für das Paperback
Seiten: 432
Erschienen am: 01. März 2019

Ein Gedanke zu “„Songbird“ von Anna-Rosina Fischer – Liebe, Essstörung und ganz viel Chaos

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