„The Chain – Durchbrist du Kette, stirbt dein Kind“ von Adrian McKinty – Ein Thriller, der sich mit einem Thema auseinandersetzt, was sich niemand vorstellen will

Ein schrecklich geniales Prinzip, das mit der schlimmsten Angst von Eltern spielt. „The Chain“ wirkte auf mich schon auf den ersten Blick schon, dass es verdächtig gut werden könnte. Jetzt in den verregneten Herbsttagen passt so ein spannender Thriller doch immer, oder?

Klappentext:

Ein Thriller, der mit unseren schlimmsten Ängsten spielt, bis zum letzten Atemzug: Stell dir vor, sie kidnappen dein Kind, um es zurückzubekommen, musst auch du ein Kind entführen …

Was als ganz normaler Tag begann, wird zum Albtraum für die alleinerziehende Rachel, als ihre 13-jährige Tochter auf dem Weg zur Schule verschwindet. Die einzige Spur: Das Handy des Mädchens wird an der Bushaltestelle gefunden. Tatsächlich erhält Rachel kurz darauf einen Anruf von der Entführerin. Die Frau am Hörer – ebenfalls Mutter eines entführten Kindes –, gibt sich als Kylies Kidnapperin zu erkennen. Sie ist Teil des perfiden Netzwerks »The Chain«. Und sie hat Rachel auserwählt, die Kette der Kindes-Entführungen weiterzuführen: Wenn Rachel ihr Kind lebend wiedersehen will, muss sie nicht nur binnen weniger Stunden das Lösegeld auftreiben – sie muss ihrerseits ein Kind entführen und dessen Eltern dazu bringen, dasselbe zu tun. Die Kette muss weitergehen …

 Was passiert in „The Chain“?

Kylie sitzt an der Bushaltestelle und ahnt nicht, dass zwei Menschen gerade einen großen Fehler begehen werden, indem sie das junge Mädchen entführen werden. Die Kette hat zugeschlagen.
Kylie merkt bereits, dass ihre Entführer sich irgendwie komisch verhalten. Sie sind sehr nervös und machen das vermutlich zum ersten Mal. Als sie dann auch noch von einem Polizeiwagen angehalten werden, erkennt Kylie, dass das ihre einzige Chance ist, um zu fliehen und um Alarm zu schlagen. Rational gesehen scheint es so einfach zu sein: „Hilfe! Hilfe! Helfen Sie mir!“ Doch wie sie auch schon einfach in das Auto gestiegen ist ohne den Versuch einer Flucht zu wagen, so folgt sie auch hier wieder den Anweisungen ihrer Entführer. Die sagen immerhin auch, dass es um das Leben von Kylies Mummy geht.

Diese ist gerade auf dem Weg zu ihrer Onkologin, als sie den anonymen Anruf erhält. Erst ruft eine verzerrte Stimme an und gibt Rachel Instruktionen und dann ruft noch jemand an, der Rachel zu verstehen gibt, dass ihre geliebte Tochter entführt worden ist. Der einzige Weg, wie sie wieder frei kommt, ist ein weiteres Kind zu entführen und eine Unsumme von Geld in Form von Bitcoins zu überweisen.

Die Kette hatte schon viele Opfer und immer läuft es so ab, dass das Kind der Eltern A von Eltern B entführt wird. Eltern B rufen Eltern A an und geben die Instruktionen weiter, die sie von dem Kopf der Kette erhalten haben. Eltern A müssen dann ein weiteres Kind (von Eltern C) entführen und eine hohe Menge an Geld in Bitcoins umwandeln und im DarkNet verschlüsselt an jemanden überweisen. Erst dann kommt das Kind von Eltern B frei und sie haben es geschafft. Damit das Kind von den Eltern A freigelassen wird, muss die Familie C sich ebenfalls an die Anweisungen halten. Und so geht es weiter…
Natürlich dürfen in diesem Prozess keine Polizei, keine Journalisten und auch keine Menschen involviert werden, denen es nicht zugetraut wird, sich an die Anweisungen zu halten.

Das Buch begleitet im ersten Teil Rachels Bemühungen, ihre Tochter aus den Fängen der Entführer zu befreien.

Der erste Satz:

„Sie sitzt an der Bushaltestelle und überprüft in ihrem Instagram-Profil die Likes, deshalb bemerkt sie den Mann mit der Waffe erst, als er fast bei ihr ist.“
Kapitel 1, Donnerstag, 7:55 Uhr

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Wie hat mir „The Chain“ gefallen?

Ich glaube der Klappentext hat nicht zu viel versprochen. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen und mich gefesselt, weil diese Geschichte so einmalig und so grauenhaft ist. Als Leserin habe ich mir oft die Frage gestellt, wie können Menschen so grausam sein und gibt es keine andere Option?

Im Buch sprechen viele verschiedene Person, von denen man teilweise gar nicht weiß, wer sie sind. Zu Beginn des Kapitels wird nicht gesagt, wer jetzt der Protagonist ist, was ich ein bisschen schade fand. Aber so hat man die Gedanken der Entführer, die Angst von Kylie und Rachel und das kranke Wesen des Kopfes der Kette kennengelernt.

An sich ist die vergangene Zeit im Buch relativ kurz, das kann man besonders gut im ersten Teil erkennen, da jedes Kapitel einen Zeitstempel bekommen hat. Was mich dann im zweiten Teil gestört hat, dass nun gar keine Zeitangaben gemacht wurden, obwohl man es durch die ersten 200 Seiten so gewohnt war. Und dass das Buch generell in zwei Teile geteilt war, hat mir auch nicht so gut gefallen. Grob gesagt handelt der erste Teil um die Entführung von Kylie (und die Emotionen und Handlungen von Rachel) und im zweiten Teil geben Rachel und ihr Freund ihr menschenmöglichstes, um die Kette niederzuschlagen. Ich kann den Ansatz verstehen und hätte vermutlich auch ein Problem gehabt, wenn die Geschichte zu kurz gewesen wäre, aber irgendwas hat mich daran gestört.

Die Handlung ist nicht vorhersehbar, da ich persönlich als Leserin vieler Psychothriller so viele Wendungen und Fallen gewohnt war, dass ich hier auch viele Fallgruben an jeder Ecke vermutet habe.  Vielleicht wäre die Handlung des Buches für manche Leser vorhersehbar, ich kann es mir vorstellen, aber natürlich muss diese Erfahrung jeder selber machen.

Rachels Handlungen waren zum Großteil verständlich und nicht völlig aus der Luft her gegriffen. Die arme Frau erfährt, dass ihr Krebs möglicherweise zurück ist und dann auch noch, dass ihre Tochter entführt wurde. Da kann es schon zu wirren Verhaltensweisen kommen, aber dennoch hat Adrian McKinty hier alles relativ realistisch gehalten.

Schlussendlich ist „The Chain“ meiner Meinung nach ein gelungener Psychothriller mit Potenzial ein Bestseller zu werden. Die Handlung ist (ich weiß, dass ich mich wiederhole) genial und der Schreibstil hat mir auch gefallen. Das Buch ließ sich richtig gut weg lesen und hat mich doch nachhaltig zum Nachdenken angeregt.
Für Psychothriller-Fans eine Empfehlung für den Herbst!

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal genauer ansehen (oder es gleich bestellen 😉 )

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „The Chain“

Autor: Adrian McKinty
Titel: The Chain
Verlag: Droemer Knaur
ISBN 978-3-426-52485-5
Preis: 14,99€  für die Klappenbroschur
Seiten: 352
Erschienen am: 02. September 2019

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