„Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke“ von Julia Dippel – Eine Reise durch fremde Welten

Noch kurz vor der Buchmesse hat mich ein liebevolles Paket aus dem Thienemann-Esslinger Verlag erreicht. Darin fand ich „Cassardim“ und nahm es direkt mit zur Messe, weil ich wusste, dass Julia Dippel auch vor Ort sein wird (Ich liebe Signierungen 😉). Gleich am ersten Tag habe ich sie getroffen und mir ihr ein paar Wörter gewechselt. Am zweiten Tag durfte ich sogar zu einer Lesung im kleinen Rahmen und mir wurde bewusst, wie lieb und nett (und lustig) Julia ist. Da habe ich nicht lange gewartet und mit Cassardim zur Hand genommen und mich in eine ferne Welt begeben.

Klappentext:

Gefährlich, überraschend und fesselnd – willkommen in Cassardim!

Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

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 Was passiert in „Cassardim “?

Amaia sieht aus wie eine Jugendliche, dabei ist sie schon so alt, dass man es ihr beinahe nicht glauben will. Sie und ihre Familie altern sehr langsam, aber warum das so ist, hat man ihnen nie erklärt. Auch warum ihre Wörter solch eine Kraft haben, dass sie Leute Dinge tun lassen oder vergessen lassen, kann sich Amaia nicht wirklich erklären. Das ist nunmal so. Und ihre Eltern können es absolut nicht leiden, wenn sie immer wieder nachfragt, deshalb muss sie sich damit abfinden. Neben diesen verwirrenden Verhaltensweisen leben sie auch nach strengen Regeln und mussten schon unzählige Male umziehen.

Ihre Eltern hüten anscheinend ein wichtiges Geheimnis.

Als Amaia eines Abends auf dem Heimweg war, ruft ihre Mutter sie panisch an und verlangt von ihr sofort nach Hause zu kommen. Amaia fühlt sich ertappt, sie hat nämlich ihre Freundin im Krankenhaus besucht und Krankhäuser sind auch eine dieser Regeln in der Familie – Die müssen gemieden werden. Doch zuhause angekommen, spielt das überhaupt keine Rolle mehr. Etwas schlimmes muss passiert sein und nicht alle Geschwister lassen sich auftreiben. Nach bangen Stunden kommen ihr Vater und ihr großer Bruder mit einem Fremden nach Hause. Der hat einen Beutel über dem Kopf und wird in den Keller transportiert. Das weckt natürlich Amaias Neugierde und die kann auch nicht durch den Befehl ihrer Mutter, die ganze Sache zu vergessen, vertrieben werden. Neben ihren Eltern ist sie nun auch mit von der Partie und lässt sich von ihrem Bruder Moe einen Geheimweg durch das alte Haus zeigen, durch den man in den Keller gelangt. Dort sieht sie Noar das erste Mal. Und wie ihr Vater ihn auf das übelste verprügelt. Das tut ihr in der Seele weh, weil sie nicht geahnt hat, dass ihr Vater zu so etwas in der Lage wäre.

Nach vielen Ereignissen (die ich hier bewusst auslasse, da sie spoilern) werden Amaia und ihre Geschwister nach Cassardim gebracht. Eine ganz neue Welt. Nämlich das Reich der Toten. Vieles ist für die Protagonistin so unglaublich, dass sie zunächst eine Zeit braucht um sich zurecht zu finden. Doch dann warten auch noch Intrigen, Geheimnisse, Verrat und viele weitere Hindernisse auf ihrem Weg.

Der erste Satz:

„Die pulsierende grüne Linie und ihr regelmäßiges Piepen brachten mich dem Tod näher, als ich es in meinem eigenen Leben gewesen war.“
– S. 5, Aufzüge sind nicht sicher

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Wie hat mir „Cassardim“ gefallen?

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so in der Welt von Cassardim verlieren würde und was ich jetzt noch so lange ohne Band 2 mache.

Der erste Eindruck eines Buches ist ja immer das Cover: Leider muss ich mich den vielen negativen Meinungen anschließen. Sie – Ich denke mal, das Mädchen soll Amaia darstellen – ist leider komplett unwirklich geworden. Das Gesicht wirkt „übergefotoshopt“ und die Proportionen stimmen leider gar nicht überein. In meinem Päckchen waren auch Zeichnungen von Julia selbst drin (siehe auf dem obigen Bild) und diese Amaia hat mir hundertmal besser gefallen, als die auf dem Cover. Unter dem Schutzumschlag sieht es aber besser aus (und ich denke, ich werde ihn auch abmachen, da die „Cover-Amaia“ auch auf dem Buchrücken ist). Leider denke ich, dass durch das Cover viele Menschen in der Buchhandlung abgeschreckt sein werden und nicht zu dem Buch greifen (wer kennt es nicht?!). Doch das ist bei diesem Buch hier ein großer Fehler.

Die Geschichte ist nämlich fesselnd und eröffnete mir als Leserin eine völlig neue Welt, in der über das Schicksal der Toten entschieden wird. Ich werde nicht spoilern, wenn ich sage, dass so viele Dinge passieren, mit denen man anfangs absolut nicht rechnet. An jeder Ecke wartet wieder eine neue Intrige oder Falle. Und Julia hat es geschafft, dass der Leser in jedem Kapitel wieder neu darüber nachdenkt, ob der Charakter Amaia was gutes möchte oder doch Antagonist ist. Das war sehr faszinierend bei dem Buch.

Durch die Wanderungen und Erkundungen von Cassardim wurde die Umgebung auch sehr ausführlich beschrieben, wo ich froh darüber war, dass Julia ebenfalls die Karte im Einband gemacht hat. Ich liebe Landkarten ohnehin, aber dadurch war die Orientierung auch leichter.

Die Idee zu dem Buch hat mir persönlich gut gefallen, weil ich selten Bücher in diese Richtung lese. Auch durch den Schreibstil ließ sich „Cassardim“ gut durchlesen und hat mich mitgenommen und abgeholt.

Schlussendlich bin ich begeistert von „Cassardim“ gewesen. Es hat eine neue Welt aufgebaut und mich als Leserin fasziniert und frustriert (im Positiven Sinne, weil ich jetzt den zweiten Band haben möchte) zurück gelassen. Eine Empfehlung für Fantasy Fans und Leser, die gerne mit Fantasy anfangen wollen.

Und hier könnt ihr euch den Buchtrailer ansehen, euch mit der Website schon auf Cassardim einstellen oder das Buch gleich bestellen.  

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke

Autorin: Julia Dippel
Titel: Cassardim
Verlag: Planet E! von Thienemann-Esslinger
ISBN 978-3-522-50645-8
Preis: 17€  für das Hardcover mit Schutzumschlag
Seiten: 528
Erschienen am: 17. Oktober 2019

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