„Der Tod der Mrs Westaway“ von Ruth Ware – Eine Familie, die ein Geheimnis hat

Aus meinem Thriller-Herbst ist eher ein Thriller-Winter geworden und ich habe vor einigen Wochen „Der Tod der Mrs Westaway“ angefangen zu lesen. Ihre Vorgängerbücher habe ich noch gut in Erinnerung und war begeistert von bspw. „Woman in Cabin 10“. Da war ich gespannt, was „Der Tod der Mrs. Westaway“ für mich bereit hält.

Klappentext:

Ein dunkles Haus. Ein mysteriöses Testament. Eine gefährliche Familie.

Abgebrannt, allein und ohne Job – mit gerade mal 22 Jahren ist Harriet Westaway, genannt Hal, am Tiefpunkt ihres Lebens. Da erhält sie den Brief eines Anwalts aus Cornwall: Sie ist im Testament ihrer Großmutter bedacht worden. Hals Großmutter ist allerdings schon lange tot – offenbar liegt eine Verwechslung vor. Aber Hal ist so verzweifelt, dass sie nach Cornwall fährt und sich als die verschollene Erbin ausgibt. Das Erbe entpuppt sich als riesiges altes Herrenhaus inmitten ausgedehnter Ländereien. Doch als Hal entdeckt, dass die Familie Westaway einige sehr dunkle Geheimnisse hat, wird ihr Plan zur tödlichen Gefahr: Denn sie kommt einem Mörder in die Quere, der sich jahrzehntelang in Sicherheit geglaubt hat.

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Was passiert in „Der Tod der Mrs Westaway“?

Als Hal (Harriets Spitzname) den Brief des Anwalts Mr Treswicks aus dem Umschlag holt, ist ihr Leben nicht besonders rosig. Ein Kredithai bedroht sie, die Wohnung bleibt kalt, weil nicht genug Geld da ist und Hal ist einsam. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren bei einem tragischen Unfall gestorben und ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Ihre einzigen Kontakte sind ihre Kunden auf dem Pier. Hal ist Kartenlegerin (salopp gesagt ist sie Wahrsagerin), obwohl sie selbst nicht an die Kraft der Karten glaubt.

Doch der Brief scheint ihr Leben ändern zu können.

Sie soll Erbin sein. Hesta Westaway – ihre vermeintliche Großmutter – ist gestorben und möchte mit Hal ihr Vermögen teilen. Doch da gibt es ein Problem: Hals Großmutter ist schon seit Jahren tot und hieß gar nicht Hesta Westaway. Aber Hal sieht ihre Chance, ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen. Dafür möchte sie für wenige Tage die leidende Enkelin spielen und reist nach Trepassen. Aber was da auf sie wartet, konnte sie nicht wissen.

Sie trifft auf Harding, Mitzi, Able und Ezra. Einer Familie, die wirklich mit Hesta Westaway verwandt war. Allerdings ist ihre Trauer nicht größer. „Eine verbitterte alte Frau“ soll sie gewesen sein. Doch diese verbitterte Frau hat ein beträchtliches Erbe, mit dem es allerdings ein paar Probleme gibt. Termine mit dem Notar oder dem Anwalt fallen aus und zwingen die Familien dazu, länger in Trepassen House zu überdauern. Länger bei dem alten Haus. Länger bei der gruseligen Hausdame Mrs. Warren. Länger in dem Lügengespinst in Hals Fall.

Hal nutzt ihre Erfahrungen aus dem Job, um mehr über ihr Gegenüber zu erfahren und so wenig wie möglich über sich preiszugeben. Aber nichtsdestotrotz bekommt sie mit, dass diese Familie ein Geheimnis hütet. Dass es hier auch um Mord geht, war ihr zu Beginn nicht bewusst….

Der erste Satz:

„Die Elstern sind wieder da.“
– 29. November 1994, Seite 11

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Wie hat mir „Der Tod der Mrs Westaway“ gefallen?

Ein düsterer Thriller mit interessanter Story, Plottwist und Tiefgang. Das ist kurzgesagt meine Meinung zu „Der Tod der Mrs Westaway“.

Anfänglich begleiten wir Hal in ihrem Job und fühlen ihre Angst beim Aufschließen ihres Apartments. Ruth Ware hat alles sehr verständlich und nachvollziehbar beschrieben. Interessant fand ich gerade zu Beginn das Motiv der Elstern. Der Reim wurde immer wieder aufgegriffen und auch die Elstern begleiten die gesamte Geschichte.

Immer mal wieder werden auch Briefe bzw. Tagebucheinträge eingestreut, die etwa 25 Jahre vor dem Haupterzählungsstrang spielen. In diesem Einträgen wird Verzweiflung übermittelt und sind wie sich später herausstellt von Hals Mutter geschrieben worden. In einigen Büchern führt das zu Verwirrungen, wenn Vergangenes mit Gegenwärtigem vermischt wird, aber hier hat es geholfen, den Kontext zu verstehen. Außerdem wurden diese Einträge auch später aufgegriffen und konnten so auch noch selbst nachgelesen werden.

Die Handlung ist meiner Meinung nach sehr interessant gewesen und auch zum größten Teil unvorhersehbar (besonders das Ende!). Wir schauen in Hals Gefühle, Gedanken und Erlebnisse und bekommen natürlich auch nur das mit, was sie erlebt. Das macht es besonders in diesem Fall interessant.

Da ich gerade schon vom Ende gesprochen habe: Als die Geschichte langsam aufgelöst wurde, war ich komplett verwirrt. Ich hatte ein riesiges Fragezeichen im Gesicht und musste dreimal überlegen, ob ich das auch richtig verstanden habe. Allerdings streckt sich das Ende auch ein wenig, wodurch man mehr Informationen und Input hat und dieses überraschende Ende auch verstehen kann.

Schlussendlich bin ich begeistert von „Der Tod der Mrs Westaway“. Es ist düster, mystisch, geheimnisvoll und gruselig. Für jeden Thriller-Fan, der nicht unbedingt Blut und Messerstechereien braucht, einen Blick wert!

Und hier könnt ihr euch das Buch selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Der Tod der Mrs Westaway

Autorin: Ruth Ware
Titel: Der Tod der Mrs Westaway
Verlag: dtv Verlagsgruppe
ISBN 978-3-423-26240-8
Preis: 15,90€ für die Klappenbroschur
Seiten: 416
Erschienen am: 15. November 2019

Ein Gedanke zu “„Der Tod der Mrs Westaway“ von Ruth Ware – Eine Familie, die ein Geheimnis hat

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